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Kabeltrassen-Kollision in Revit finden – und den Umweg gleich mitdenken

Kabeltrassen-Kollision in Revit finden: echte Geometrieprüfung gegen Tragwerk, Lüftung und Sanitär, Fund direkt im 3D.

Kollisionen, die erst auf der Baustelle auffallen

Die Trasse läuft über den Flur, der Lüftungskanal quert, der Unterzug kommt tiefer als gedacht. Im Grundriss sieht das unauffällig aus, weil zwei Bauteile in verschiedenen Höhen übereinanderliegend gezeichnet gleich aussehen wie zwei, die sich durchdringen. Bemerkt wird es, wenn der Monteur mit der Trasse vor dem Kanal steht.

Der Schaden ist selten die Trasse. Der Schaden ist der Tag, an dem niemand weiterarbeitet, und die Änderung, die dann unter Zeitdruck entsteht – meist ein Umweg, den hinterher niemand dokumentiert.

Dazu kommt, dass die Elektroplanung in dieser Frage strukturell im Nachteil ist. Tragwerk und Lüftung stehen früher fest und bewegen sich weniger; die Trasse ist das Gewerk, das sich am Ende anpasst. Wer erst prüft, wenn alle anderen fertig sind, prüft ein Modell, in dem er der Einzige ist, der noch ausweichen kann.

Wie bisher geprüft wird

Es gibt die Revit-eigene Kollisionsprüfung, und es gibt die Koordination im Prüfwerkzeug des Projekts. Beides funktioniert, hat aber im Alltag zwei Hürden: Die Prüfung läuft über das ganze Modell und liefert Listen mit hunderten Treffern, in denen die relevanten untergehen. Und sie findet den Konflikt, sagt aber nichts darüber, wie es weitergeht.

Der zweite Weg ist Sichtprüfung im 3D. Das ist verlässlich, solange jemand hinsieht, und es ist die Arbeitsweise, die am ehesten übersprungen wird, wenn die Abgabe drückt.

Was das Modul übernimmt

Kollision prüfen arbeitet mit echten Geometrieschnitten: Es sucht Durchdringungen von Kabeltrassen und Rohren mit anderen Gewerken – Tragwerk, Wände, Decken, Lüftung, Sanitär. Geprüft wird also die tatsächliche Körperform, nicht ein Hüllkörper.

Der Unterschied im Alltag liegt darin, was nach dem Fund passiert. Aus der Ergebnisliste springt man direkt in eine 3D-Ansicht – ist keine passende da, wird eine isometrische angelegt –, die beteiligten Bauteile werden markiert und die Ansicht zoomt darauf. Man sieht den Konflikt, statt eine Bauteil-Nummer zu lesen und ihn zu suchen.

Dazu kommt der Befehl 45°-Sprung (auto). Er baut an einer Kollision einen Umweg in das gerade Trassensegment: diagonal hoch mit 45 Grad, waagerecht über das Hindernis, diagonal zurück auf den ursprünglichen Verlauf. Die Sprunghöhe arbeitet in Fünf-Zentimeter-Schritten.

Zu diesem Befehl gehört ein deutlicher Hinweis, und er steht so auch im Werkzeug selbst: Der 45°-Sprung ist als experimentell gekennzeichnet und soll nur an einer Modellkopie eingesetzt werden. Er verändert Geometrie, und das gehört geprüft, bevor es in den Planstand geht. Wer das nicht will, nutzt nur die Prüfung – sie verändert nichts am Modell.

Wann man prüft – und wie oft

Eine Kollisionsprüfung am Ende der Planung ist eine Schadensmeldung. Ihr Wert liegt darin, sie früh und oft laufen zu lassen: nach jedem neuen Stand des Architektur- oder Tragwerksmodells, und bevor die Trassen im eigenen Modell ausdetailliert werden. Zu diesem Zeitpunkt kostet ein Umweg eine Änderung im Verlauf; zwei Wochen später kostet er die Abstimmung mit drei Gewerken.

Praktisch heißt das, die Prüfung auf einen überschaubaren Bereich anzuwenden – ein Geschoss, einen Bauabschnitt – statt einmal auf alles. Eine Liste mit zwölf Treffern arbeitet man ab. Eine mit vierhundert legt man weg, und das ist der eigentliche Grund, warum Kollisionsprüfungen im Alltag seltener stattfinden, als alle Beteiligten glauben.

Weil die Prüfung nichts am Modell verändert, kann sie jederzeit laufen. Sie eignet sich auch als letzter Blick vor der Abgabe, wenn die Zeit für mehr nicht reicht.

Was der 45°-Sprung ist und was er nicht ist

Der automatische Umweg ist die Antwort auf einen wiederkehrenden Handgriff: Trasse auftrennen, zwei Bögen setzen, Zwischenstück einfügen, Höhen angleichen. Das ist keine anspruchsvolle Arbeit, aber sie kostet jedes Mal ein paar Minuten, und sie wiederholt sich in einem Geschoss oft genug, dass daraus eine Stunde wird.

Der Befehl baut den Sprung in ein gerades Segment: diagonal hoch, waagerecht über das Hindernis, diagonal zurück. Die Höhe wächst in Fünf-Zentimeter-Schritten, bis das Hindernis frei ist. Was er nicht kann: beurteilen, ob der Umweg an dieser Stelle sinnvoll ist. Manchmal ist der richtige Weg, nicht über den Kanal zu gehen, sondern darunter durch, den Verlauf vorher zu verziehen oder das andere Gewerk zu bitten, eine Handbreit auszuweichen.

Deshalb der Hinweis, den das Werkzeug selbst gibt: experimentell, nur an einer Modellkopie. Der Sprung ist ein Vorschlag, der einem das Zeichnen abnimmt – keine Entscheidung, die man ungeprüft in den Planstand übernimmt.

Was der Normbezug hier nicht leistet

Zu diesem Modul ist im Shop bewusst kein Regelwerk genannt, und das hat einen Grund: Eine Kollisionsprüfung ist keine Normüberprüfung. Ob ein Abstand ausreicht, ob eine Durchdringung zulässig ist, ob eine Brandschottung nötig wird – das ergibt sich aus dem Projekt, aus dem Brandschutzkonzept und aus den Vorgaben des Tragwerksplaners, nicht aus einer geometrischen Prüfung.

Was das Werkzeug leistet, ist die Vorarbeit: Es zeigt, wo zwei Bauteile denselben Raum beanspruchen, und bringt einen dorthin. Die Entscheidung, was daraus folgt, bleibt beim Planer.

Der Nutzen liegt deshalb weniger in der einzelnen Meldung als in der Regelmäßigkeit. Wer nach jedem fremden Planstand einmal prüft, sammelt über ein Projekt hinweg eine Reihe kleiner Korrekturen ein, die einzeln nichts kosten. Wer einmal am Ende prüft, sammelt dieselben Konflikte gebündelt zu einem Zeitpunkt ein, an dem jede Änderung eine Abstimmung nach sich zieht.

Dazu gehört das Modul Kollision. Konflikte finden, bevor sie auf die Baustelle gehen. Es läuft in Autodesk Revit 2022 bis 2027, installiert ohne Administratorrechte und ist einzeln erhältlich. Drei Tage lassen sich alle Funktionen ohne Schlüssel und ohne Zahlung ausprobieren – zum Werkzeug im Shop oder 3 Tage kostenlos testen.

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