Sicherheitsbeleuchtung in Revit planen: Stromkreise im Rettungsweg richtig aufteilen
Sicherheitsbeleuchtung in Revit planen: Leuchten im Rettungsweg wechselnd auf Stromkreise legen, adressieren, Kabelliste erzeugen.
DIN VDE V 0108-100EN 1838
Warum die Aufteilung mehr Arbeit ist als das Platzieren
Sicherheitsleuchten zu setzen dauert nicht lang. Was dauert, ist die Frage, welche Leuchte auf welchen Stromkreis kommt. Im gewöhnlichen Raum ist das einfach: alles auf einen Kreis, kurze Wege, fertig. Im Rettungsweg ist es das nicht.
Ein Flur oder ein Treppenraum darf nicht dunkel werden, wenn ein Endstromkreis ausfällt. Das heißt, benachbarte Leuchten müssen auf verschiedenen Kreisen liegen – fällt einer aus, bleibt der Weg mit dem verbleibenden beleuchtet. Von Hand heißt das: Leuchte für Leuchte am Flur entlanggehen und abwechselnd zuordnen, ohne beim Abzweig oder beim Geschosswechsel den Faden zu verlieren. Dazu kommt eine Obergrenze, wie viele Leuchten an einem Endstromkreis hängen dürfen.
Die Fehler, die dabei entstehen, sind still. Zwei benachbarte Leuchten auf demselben Kreis sehen im Plan aus wie alle anderen. Auffällig wird es erst bei der Prüfung – oder gar nicht.
Der übliche Weg und seine Grenze
Meist wird zuerst platziert und danach zugeordnet, oft über Filter und Bauteillisten. Man wählt die Leuchten eines Flurs, trägt einen Kreis ein, wählt die übrigen, trägt den zweiten ein. Bei einem geraden Flur funktioniert das. Bei einem Flur mit Abzweigen, Vorräumen und zwei Treppenräumen wird die Auswahl zur Fledderarbeit, und man macht sie nach dem nächsten Planstand noch einmal.
Der zweite übliche Weg ist die Zuordnung im Elektro-Modell über die Revit-eigene Kreisverwaltung. Die kennt aber weder Rettungswege noch die Regel, dass benachbarte Leuchten getrennt gehören – die Reihenfolge ergibt sich aus der Auswahl, nicht aus der Geometrie des Flurs.
Was das Modul übernimmt
SiBel adressieren arbeitet auf den gewählten Sicherheitsleuchten, in der Regel einem Versorgungsbereich. Wie beim Brandmeldemodul erkennt das Werkzeug die Räume selbst und unterscheidet dabei Rettungswege – Flure und Treppenräume – von gewöhnlichen Räumen.
In Rettungswegen werden benachbarte Leuchten alternierend auf mindestens zwei Stromkreise gelegt. Das ist der Kern: Nicht die Auswahlreihenfolge entscheidet, sondern die Lage der Leuchten zueinander. Fällt ein Kreis aus, bleibt der Weg beleuchtet. In gewöhnlichen Räumen bleibt es beim geschlossenen Kreis, weil dort kurze Leitungswege wichtiger sind.
Die Zahl der Leuchten je Endstromkreis ist begrenzt und einstellbar. Läuft ein Kreis voll, beginnt der nächste – die alternierende Aufteilung im Rettungsweg bleibt dabei erhalten.
Die Beschriftung wird als Stromkreis.Element in den Parameter GTech_kom geschrieben, also etwa 3.05 für die fünfte Leuchte am dritten Kreis. Gibt man einen übergeordneten Stromkreis vor, wird daraus eine dreiteilige Adresse; ohne Vorgabe bleibt sie zweiteilig. Welche Räume das Werkzeug als Rettungsweg erkannt hat, zeigt es nach dem Lauf an – damit lässt sich in einem Blick prüfen, ob die Raumbenennung im Modell stimmt.
SiBel-Kabelliste erzeugt daraus die Streckenliste, GTech SiBel beschriften setzt die Beschriftungen im Plan.
Was vor dem Lauf im Modell stimmen muss
Die Rettungswegerkennung hängt an den Räumen. Sie kommen aus dem eigenen Modell oder aus einem verknüpften Architekturmodell; die Verknüpfung muss geladen sein. Und sie müssen so benannt sein, dass ein Flur als Flur und ein Treppenraum als Treppenraum erkennbar ist. Nach dem Lauf listet das Werkzeug auf, welche Räume es als Rettungsweg eingestuft hat – dieser Blick dauert zehn Sekunden und ersetzt das Nachzählen im Plan.
Die Auswahl sollte einem Versorgungsbereich entsprechen. Die alternierende Aufteilung ist nur innerhalb dessen sinnvoll, was auch tatsächlich gemeinsam versorgt wird; markiert man zwei Bereiche zusammen, entstehen Kreise über eine Grenze hinweg, die es in der Anlage nicht gibt.
Der Parameter GTech_kom wird bei Bedarf angelegt und als Instanz-Parameter an die betroffenen Kategorien gebunden. Die gemeinsame Parameterdatei des Nutzers wird dabei nicht verändert – das Werkzeug arbeitet mit einer eigenen temporären Datei und einer festen Kennung, damit der Parameter über Projekte und Läufe hinweg derselbe bleibt.
Was danach im Plan steht
Nach dem Adressieren steht an jeder Leuchte die Bezeichnung im Parameter, und die Beschriftung lässt sich in einem Durchgang setzen. Das ist der Teil, den man bei einer Änderung sonst am ehesten vergisst: Die Zuordnung wird korrigiert, die Beschriftung im Plan bleibt stehen und zeigt den alten Kreis. Weil Beschriftung und Parameter hier aus derselben Quelle kommen, aktualisiert ein erneuter Lauf beides.
Die Kabelliste ergänzt die Sicht des Errichters: Sie zeigt je Strecke, was womit verbunden wird, mit Raum und Länge. Für die Abstimmung mit der ausführenden Firma ist das die Unterlage, über die tatsächlich gesprochen wird – nicht der Grundriss.
Wer mehrere Bereiche nacheinander bearbeitet, sollte die Nummerierung im Blick behalten: Jeder Lauf arbeitet auf seiner Auswahl. Ob die Kreise über Bereiche hinweg durchgezählt werden sollen oder je Bereich neu beginnen, ist eine Festlegung des Projekts und wird über den vorgegebenen übergeordneten Stromkreis gesteuert.
Normbezug
Das Modul ist an DIN VDE V 0108-100 und DIN EN 1838 ausgerichtet – die beiden Regelwerke, die im Shop zu diesem Werkzeug genannt sind. Die alternierende Aufteilung im Rettungsweg und die Begrenzung der Leuchtenzahl je Endstromkreis folgen dieser Systematik.
Nicht abgenommen wird die fachliche Festlegung: welche Bereiche Rettungsweg sind, welche Betriebsart die Anlage hat, welche Nachleuchtdauer gefordert ist und wie die Beleuchtungsstärke im Rettungsweg nachzuweisen ist. Das Werkzeug setzt eine Entscheidung um, es trifft sie nicht.
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