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Stromkreise in Revit kennzeichnen: Verbraucher zuordnen, benennen, Liste erzeugen

Stromkreise in Revit kennzeichnen: Verbraucher dem nächsten Verteiler zuordnen, Kreise bilden, Bezeichnung und Liste erzeugen.

DIN EN IEC 81346VDE 0100-510

Zuordnen, nummerieren, beschriften – dreimal dieselbe Arbeit

Zwischen „Steckdosen sind gesetzt“ und „Stromkreisliste liegt vor“ liegen drei Arbeitsgänge, die alle auf denselben Daten beruhen und trotzdem einzeln gemacht werden: Jeder Verbraucher muss einem Verteiler zugeordnet werden. Innerhalb des Verteilers müssen die Verbraucher zu Stromkreisen zusammengefasst werden. Und jeder Kreis braucht eine Bezeichnung, die auch am Plan und in der Liste auftaucht.

Der Aufwand wächst nicht linear, sondern mit den Änderungen. Kommt ein Verteiler dazu oder wandert eine Trennwand, verschiebt sich die Zuordnung für einen ganzen Bereich – und mit ihr die Nummerierung und jede Beschriftung, die daran hängt.

Der übliche Weg

Meist wird der Verteiler gewählt, die zugehörigen Verbraucher werden eingerahmt und ein Kreis wird angelegt; dann der nächste. Die Reihenfolge innerhalb des Kreises ergibt sich aus der Auswahl. Das ist unkritisch, solange niemand die Liste liest – spätestens der Errichter tut es, und dann steht dort eine Reihenfolge, die mit dem Verlegeweg nichts zu tun hat.

Die Bezeichnung wird oft von Hand vergeben oder nachträglich über eine Bauteilliste eingetragen. Beide Wege sind fehleranfällig, weil sie die Zuordnung nicht kennen, sondern nur die Zeile, in der man gerade steht.

Was das Modul übernimmt

Die große Automatik ordnet alle Verbraucher automatisch dem nächstgelegenen Verteiler zu und bildet je Verteiler geografisch sinnvolle Stromkreise. Verwendet wird eine Nächster-Nachbar-Kette ab dem Verteiler: Der Kreis wächst entlang der kürzesten Wege, nicht entlang der Auswahlreihenfolge. Die Höchstzahl der Verbraucher je Kreis ist vorgegeben; ist sie erreicht, beginnt der nächste Kreis.

Geschrieben wird eine durchgängige Kennzeichnung nach dem Muster UV01-F01.1 in den Parameter GTech_Stromkreis – Verteiler, Stromkreis, laufende Nummer. Das Schema ist frei: Die Platzhalter {UV}, {F}, {F2} und {i} lassen sich zu der Bezeichnung zusammensetzen, die im Büro üblich ist; eine Vorschau zeigt beim Eintippen, wie die ersten Bezeichnungen aussehen. Anschließend wird alles beschriftet.

Die Stromkreisliste liest diese Kennzeichnungen wieder aus, gruppiert nach Verteiler und Stromkreis und ordnet die Verbraucher nach laufender Nummer. Je Strecke steht Von → Nach mit Raum, Kabeltyp und Länge; die Länge wird als Luftlinie mit Zuschlag ermittelt. Damit ist die Liste die Auswertung des Modells und keine zweite, parallel gepflegte Fassung.

Dazu kommen die kleineren Befehle des Moduls: einen Stromkreis nachträglich ergänzen, eine Schaltgruppe zuweisen, alles beschriften und die Beschrifter nach einer Änderung aktualisieren.

Warum die Reihenfolge im Kreis zählt

Eine Stromkreisliste wird nicht am Bildschirm gelesen, sondern auf der Baustelle. Wer sie abarbeitet, geht von Verbraucher zu Verbraucher. Steht die Liste in der Reihenfolge, in der jemand vor Monaten geklickt hat, springt der Monteur durch das Geschoss und hakt Zeilen ab, die zwanzig Meter auseinanderliegen.

Die Nächster-Nachbar-Kette ändert daran das Entscheidende: Der Kreis beginnt am Verteiler und wächst zum jeweils nächstgelegenen Verbraucher weiter. Was dabei entsteht, ist keine mathematisch kürzeste Verlegung – das wäre ein anderes und deutlich aufwendigeres Problem –, aber eine Reihenfolge, die dem Verlegeweg entspricht und die man ohne Nachdenken abarbeiten kann.

Für die Kalkulation hat das denselben Effekt. Die Längenangabe der Liste – Luftlinie mit Zuschlag – ist nur dann eine brauchbare Näherung, wenn die Reihenfolge der Verlegung ungefähr entspricht. Bei einer Zufallsreihenfolge summiert man Wege, die niemand so verlegen würde.

Was vorher feststehen sollte

Zwei Festlegungen gehören vor den ersten Lauf. Die erste ist das Bezeichnungsschema. Ob der Verteiler UV01 oder V1.01 heißt, ob der Stromkreis einstellig oder zweistellig geschrieben wird, ob zwischen Kreis und laufender Nummer ein Punkt oder ein Bindestrich steht – das ist Bürostandard oder Vorgabe des Auftraggebers. Es einmal einzustellen kostet zwei Minuten; es hinterher zu ändern bedeutet, jede Beschriftung neu zu erzeugen.

Die zweite ist die Höchstzahl der Verbraucher je Kreis. Sie ergibt sich aus der Auslegung und nicht aus dem Werkzeug. Sie ist der Wert, der bestimmt, wie viele Kreise am Ende entstehen, und damit auch, wie groß der Verteiler wird.

Danach ist der Ablauf immer derselbe: Verbraucher zuordnen und Kreise bilden lassen, Bezeichnung schreiben, beschriften, Liste erzeugen. Ändert sich etwas, läuft dieselbe Kette noch einmal. Der Befehl zum Aktualisieren der Beschrifter sorgt dafür, dass im Plan nichts stehen bleibt, was im Modell nicht mehr gilt.

Normbezug

Genannt sind zu diesem Werkzeug DIN EN IEC 81346 und DIN VDE 0100-510. Das erste regelt die Systematik der Referenzkennzeichnung – also den Aufbau einer Bezeichnung wie UV01-F01.1 –, das zweite die Kennzeichnung von Betriebsmitteln in elektrischen Anlagen.

Weil sich Büros und Auftraggeber in der Schreibweise unterscheiden, ist das Schema im Werkzeug frei einstellbar und nicht fest verdrahtet. Welche Schreibweise im Projekt gilt, entscheidet die Vorgabe des Auftraggebers oder der Bürostandard – das Werkzeug setzt sie einheitlich um, statt sie zu setzen.

Einheitlich ist dabei das Wesentliche. Eine Bezeichnung ist nur so viel wert, wie sie im ganzen Projekt gleich aufgebaut ist; eine Liste, in der drei Schreibweisen nebeneinanderstehen, weil drei Personen daran gearbeitet haben, kostet später mehr Zeit als sie beim Eintragen gespart hat. Genau das nimmt die maschinelle Vergabe ab: Sie kennt keine Tagesform.

Dazu gehört das Modul Stromkreise. Stromkreise kennzeichnen, wie die Norm es will. Es läuft in Autodesk Revit 2022 bis 2027, installiert ohne Administratorrechte und ist einzeln erhältlich. Drei Tage lassen sich alle Funktionen ohne Schlüssel und ohne Zahlung ausprobieren – zum Werkzeug im Shop oder 3 Tage kostenlos testen.

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